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Handelsverbund zeigt Flagge

Der Fachhandelsverbund für ökologisches Bauen und Wohnen, Ökoplus AG, hatte im April 2010 zum ersten Branchentag Naturbau eingeladen. Die Mitglieder verpflichten sich dazu, ausschließlich Naturprodukte im Sortiment zu führen, und sind überzeugt, dass ihr Konzept neue Kunden anspricht.

Mitten im historischen Städtchen Seligenstadt hatten sich die Naturbaustoffhändler des Fachhandelsverbunds Ökoplus zu ihrem ersten öffentlichen Branchentag versammelt und zeigten sich selbstbewusst: „Wir freuen uns darüber, dass mehr und mehr Immobilienbesitzer auch bei Sanierung und Renovierung zu natürlichen Baumaterialien greifen, und dass wir hier unsere fundierte Erfahrung als Pioniere und Systementwickler anbieten können“, erklärt Horst Kliebe, Vorstand der Ökoplus-AG.
„Alle im Verband organisierten Betriebe blicken auf zwei bis drei Jahrzehnte Erfahrung und Verantwortung für ihr Gesamtsortiment zurück“, so Kliebe weiter. Jetzt gehe es darum, die Erfahrung und das Wissen auf breitere Füße zu stellen und eine größere Öffentlichkeit anzusprechen, die sich für Wohngesundheit interessiert. „Wir haben uns bisher als Spezialisten für wertbeständige Baustoffe in konventionelle Bau- und Heimwerkermessen eingebracht oder waren auf Ökomessen neben der Lebensmittelbranche und der Bekleidungsindustrie vertreten. Nun wurde es höchste Zeit, einen fachspezifischen Branchentag ins Leben zu rufen“, ist Kliebe überzeugt.

Pioniere mit Erfahrung


Ökoplus wurde 1996 als Fachhandelsverbund der ökologischen Baustoffhändler gegründet und hat derzeit 39 Mitglieder in ganz Deutschland. Bis heute widmen sich die Mitglieder in erster Linie dem Handel, darüber hinaus auch der Verarbeitung und der Herstellung von Naturbaustoffen. Wichtig seien die eigenen Qualitätsstandards, betont Kliebe, denn „bei Ökoplus-Händlern finden Sie ausschließlich Naturprodukte wie Baustoffe, Farben, Bodenbeläge aber auch Fenster und Vollholzmöbel.“ Das bedeute, dass ein Handelsgeschäft, das auch konventionelle Baustoffe im Sortiment führe, nicht Mitglied werden könne.
Merkmal der Ökoplus-Händler sei ihre hohe Beratungskompetenz, die auf jahrelangen, auch eigenen praktischen Erfahrungen im Umgang mit den Produkten aus ihrem Sortiment beruhe. Dies wird in einer Diskussion am Branchentag spürbar, als der Lehmbaustoff-Hersteller Claytec seine veränderte Produktlinie „Yosima“ vorstellte: Da waren Fachleute unter sich, das Gespräch drehte sich um Inhaltsstoffe, Anwendungstechniken aber auch um Möglichkeiten der Farbmischungen ab Werk auf individuellen Kundenwunsch.
Der Eindruck: Da versuchte nicht der Hersteller den Verkäufer, den er beliefert, von der neuen Produktlinie zu überzeugen, sondern da sprachen Partner miteinander, die eine gemeinsame Geschichte haben und wissen, dass der Erfolg nur mit gegenseitigem Erfahrungsaustausch zu erreichen ist.

Produkte mit entwickelt


Im Verlauf der Jahre waren viele Ökoplus-Mitglieder daran beteiligt, dass alte Baustofftechniken wieder belebt und neue Anwendungsmöglichkeiten entwickelt wurden. Nicht ohne Stolz erwähnt Horst Kliebe, dass Naturbaustoffhändler beispielsweise zu der Renaissance der Holzweichfaserplatten beitrugen und maßgeblich die Markteinführung der Wärmedämmung mit Zellulose als Einblasdämmung förderten.
Das anfängliche Warensortiment bestand aus wenigen Naturfarben, Massivholzdielen, Korkbodenbelägen, Linoleum und Backkork als Dämmstoff. Das Kernsortiment heute besteht aus Naturfarben für alle Anwendungsbereiche, Massivholzböden, Stabparkett, Kork- und Linoleumbeläge, Systemkomponenten für die Unterkonstruktion, Cotto-Fliesen sowie Wärme- und Schalldämmstoffe für Dach, Wand und Keller aus mehrheitlich nachwachsenden Rohstoffen. Lehm als „Rohbaustoff“ und als Dekorputz ist fester Bestandteil des Angebots der Fachhändler. Möbel und ausgewählte Artikel für die Inneneinrichtung ergänzen die Produktpalette.
Auch Trends für lasierende Wandanstriche, edle Lehmputze und andere Gestaltungstechniken wie Kalkspachteltechnik oder Tadelakt finden ihren Niederschlag oft zuerst in den Regalen der Naturbaustoffhändler.

Qualitätskriterien


Unter der Fahne von Ökoplus versammeln sich ausschließlich Handelsgeschäfte mit zum Teil angeschlossenen Handwerksbetrieben, die die gemeinsam entwickelten Kriterien an ihre geführten Produkte erfüllen. Das Produktsortiment und die angeschlossenen Dienstleistungen sollen „für Ressourcenschonung, Wert- und Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Schönheit stehen“, heißt es in einem Grundlagenpapier des Verbunds.
Die eigene Produktdatenbank ist herstellerunabhängig und wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert. In ihr sind alle Prüfergebnisse der Sortimentsprüfung festgehalten und einsehbar. Die Bewertung in der Datenbank ergibt für jedes Produkt eine maximale Gesamtpunktzahl von 1000 Punkten. Produkte unter 500 Punkten dürfen im Sortiment nicht geführt werden. Das bedeute laut dem Grundlagenpapier „im Detail ein Produktsortiment, das höchsten Ansprüchen an Ökologie und Gesundheit gerecht wird. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet. Das Bauprodukt wird von der Herstellung über die Nutzung bis zur Beseitigung untersucht.“
Die elektronische Produktdatenbank steht den Mitgliederbetrieben zur Verfügung und wird auch dem interessierten Kunden gezeigt und erläutert. Damit sind die Bewertungskriterien nachvollziehbar, beispielsweise lässt sich feststellen, ob für ein bestimmtes Produkt die Volldeklaration seiner Inhaltsstoffe zur Verfügung steht. Geplant ist, die Datenbank demnächst öffentlich verfügbar zu machen.


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